Falsches Startverhalten, siehe Text

  • Hallo an Alle,
    ST1100, Bj. 1993, SC26
    Mein letzter Thread war glaube ich 25/26, bis mich mehrere kleine (!) Krankheiten Schachmatt setzten.
    Bis jetzt gemacht, erneuert:
    Vergaser ausgebaut, zerlegt und im Ultraschallbad gereinigt.
    Düsen erneuert
    Dichtungen erneuert.
    Ansaugstutzen-Gummis erneuert.
    Neuer Luftfilter
    Alles zusammengebaut und Vergaser wieder eingebaut.

    Nach ein paar mal anlassen lief die ST1100 einwandfrei rund.

    Einziges Manko, der Gashebel ging nicht mehr zurück:
    Alles mögliche probiert. Endergebnis: Bowdenzüge erneuert.
    Ergebnis immer noch negativ.
    Gehäuse mit Gleitspray benetzt, auf einmal ging es.

    Vergaser wieder eingebaut und getestet......

    Motor läuft nur über Choke!!! 🤢🤮🤧

    Selbe Fehler wie 2025.
    Ich kann nicht mehr, was kann das jetzt wieder sein?
    Wieder alles raus und zerlegen!

    Gruß Ralf

    2 Mal editiert, zuletzt von ST1155 (11. Juni 2026 um 22:30)

  • Ein Joke ist ein Witz. Ein Choke ist ein Würger, wörtlich "Ersticker" und bezeichnet eine Klappe zwischen Luftfilter und Schieber oder Drosselklappe, die die Luftzufuhr "abwürgt" und so für fettes Gemisch sorgt. Die ST hat stattdessen eine Kaltstartanreicherung = dickere Düsen, aber "Choke" wird verstanden.

    Wenn sie nur damit läuft heißt das, dass sie auf normalem Wege, also durch die Hauptdüsen, zu wenig Sprit erhält. Dass sie aber damit läuft, bedeutet, dass die Spritversorgung grundsätzlich funktioniert. Du hast also keinen Fehler an Tankentlüftung, Benzinpumpe, Benzinhahn, Filter oder Schwimmernadelventilen. Bis in die Schwimmerkammer funktioniert alles.

    Einzige Erklärung die ich dafür finde, mal abgesehen von der Möglichkeit, dass du vier mal die Vergaser falsch zusammengebaut, viermal die Gemischregulierschraube komplett eingedreht, viermal einen Fussel in den Vergaserdüsen übersehen etc. hättest, ist, dass du zu früh probierst. Der Motor läuft erst dann vernünftig, wenn der Luftfilter drin und das Luftfiltergehäuse komplett zusammengebaut ist.

    Ist das so?

    Früher war mehr Lambretta! :roll:

  • @ Gutemine: Das ganze ist ja eigendlich eine Joke 😊

    Was ich nicht verstehe ist, das die Pan vor dem 2ten Ausbau super gelaufen ist.

    Der Fehler trat erst beim 2ten Einbau auf!
    Der Aufbau war/ist komplett aufgebaut.

  • Nur so eine Vermutung:
    Sind eventuell die Bowdenzüge des Gasgriffs zu straff eingestellt?
    Bleibt der Gasgriff in seiner Position stehen wenn du ihn los lässt oder schnalzt er zügig auf Standgas zurück?
    Hast du leichtes Spiel im Gasgriff beim Drehen des Griffs oder ist da "Null" Spiel?
    Hast du keine Änderung der Drehzahl, wenn der Lenker von ganz links nach ganz rechts umgeschlagen wird (und natürlich auch auf die andere Seite zurück?

    Lieber Kurven ohne Ende, als eine Ende ohne Kurven?

  • Hallo zusammen,

    heute ich den Vergaser erneut ausgebaut und geöffnet (bis jetzt 3 mal).
    Das geht jetzt richtig flott von der Hand.
    Zuerst die Schwimmerkammern geöffnet. Was ich da sah das glaubt Ihr nicht.

    Eine Geleepampe!?! Wie kommt die da rein!
    OK, alle Düsen erst einmal raus. Die oberen Düsen auf dem Bild waren natürlich zu.

    Anschließend alle Öffnungen mit Vergaserreiniger durch geblasen, war alles im Vergaser
    offen.
    Ich habe mir irgendwann mal Düsennadeln besorgt, mit diesen versucht durch zu kommen.
    Vom letzten mal weiß ich das die Bohrung 0,35 mm war. Kein durchkommen.

    Was tun!? Kurzerhand meinen Minigasbrenner geholt, jedes Teil einzeln erhitzt und mit der
    Nadel durch. Vorher alles in Aceton.
    Einige Male waren nötig aber es hat funktioniert.

    Das Ende der Geschichte...sie läuft wieder rund :lol:;-).

    Später schaute ich noch einmal nach dem Glibber, aber der war trocken.
    Durch Berührung zerfiel alles wie Pulver, wie gemahlender Kalk.
    Anbei ein paar Bilder von heute.

    Was ich noch schreiben wollte:
    Beim Einbau vom Vergaser Vaseline an den Gummis und an den Vergaserstutzen,
    man braucht fast keine Kraft.

  • Wie lange hat denn das Mopped gestanden bzw. wie alt ist der Sprit? Der ist nämlich die Ursache, genauer gesagt seine Ethanolbeimischung. Den Knudel hast du jetzt im Tank, und es würde mich nicht wundern, wenn das Problem morgen wieder auftritt.

    Früher war mehr Lambretta! :roll:

  • Später schaute ich noch einmal nach dem Glibber, aber der war trocken.
    Durch Berührung zerfiel alles wie Pulver, wie gemahlender Kalk.

    Hatte ich mal im Häringsbeutel, als ich im Frühjahr mein Zelt ausgepackt habe. Die Häringe waren total zerfressen. Das Zelt war zuletzt auf einer Wiese im Schwarzwald aufgewesen. Das Pulver ist also Aluminiumoxid - und war früher mal Aluminium, das jetzt irgendwo fehlt.

    An Autos oder Motorrädern kenne ich das aus eigener Erfahrung nicht, habe aber schon oft von anderen davon gehört, dass Düsen lose in der Schwimmerkammer lagen, weil das halbe Vergasergehäuse drum rum weggefressen war. Ich selbst hatte mal an einem Auto, das jahrelang gestanden hatte, eine Pampe im Tank und in der kompletten Benzinversorgung, die von der Konsistenz irgendwo zwischen Honig und Baumharz angesiedelt war und alles verklebt hatte. Da ging nix mehr! 5mm Schlauchstutzen: Zu! Draht rein - und kaum wieder rausgekriegt, so hat das Zeug geklebt. Es ist m.E. schon denkbar, dass das Zeug in einem frühen Stadium zwischen "Honig" und "Baumharz" auch den Benzinfilter passiert.

    Ich würde jetzt mal drei Dinge tun:

    • Mit einen sauberen Holzstab o.ä. durch den Tankstutzen bis auf den Tankboden fassen. Nicht geguckt, aber ich denke, das sollte möglich sein. Setzt der Stab hart auf oder weich, wie auf einer Gummimatte? Kommt er sauber wieder raus oder hängt was dran? Im letzteren Fall würde ich über eine Tankspülung nachdenken.
    • Volltanken (Ein sehr geeignetes Mittel, die Pampe wieder aufzulösen, ist Benzin.)
    • Fahren, fahren, fahren!

    Gruß!

    Clemens

    Früher war mehr Lambretta! :roll:

  • Wenn wir es wirklich mit Aluminiumoxid zu tun haben, dann ist das eine Reaktion auf den Bioanteil im Sprit.

    Aluminiumlegierungen reagieren, insbesondere unter Druck unterschiedlich auf den Alkohol. Genaues dazu gibt es nicht, weil die Legierung meist unbekannt ist. Betroffen sind bei Autos vor allem mechanische Einspritzsysteme. Bei Vergasern ist das Problem eher selten.


    Der Sprit selbst kippt in der Regel erst nach vielen Monaten und kann chemisch vorsorglich stabilisiert werden. Oder 100er tanken, denn da ist (bei uns) kein Ethanol enthalten.

    Fahren und tanken macht aber mehr Freude.

    Jedenfalls viel Erfolg bei der Beseitigung des Problems.

    der lieber fährt als schraubt ...

  • Bei dem Schmodder müsste der Benzin Filter aber zu sein.

    Der Benzinfilter ist sauber.

    Wie lange hat denn das Mopped gestanden bzw. wie alt ist der Sprit? Der ist nämlich die Ursache, genauer gesagt seine Ethanolbeimischung. Den Knudel hast du jetzt im Tank, und es würde mich nicht wundern, wenn das Problem morgen wieder auftritt.

    Ich hatte 12/2025 neues Benzin rein gemacht und ein Zusatz damit der Vergaser nicht mehr verharzt wenn sie lange steht.
    Benzin am Vergaser ablassen geht so gut wie gar nicht.

  • Vergaser trocken fahren statt Sprit ablassen dürfte einfacher sein:

    Benzinhahn durch Abziehen der Unterdruckleitung "schließen" und dann weiter laufen lassen.

    der lieber fährt als schraubt ...