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autonomes fahren - Full Self Drive
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Wenn man allerdings glaubt, man selber (als Mensch) würde auch so deterministisch "funktionieren" dann verstehe ich, warum man denkt, es sei möglich, einen Menschen so "nachzubauen". Wer das allerdings glaubt, der behauptet damit unter anderem, dass der Mensch keinen freien Willen hat ...

Das ist ein sehr guter Punkt! Da kommen z.B. Ethik und Moral ins Spiel. Aber u.a. genau deswegen ist Sam Altman auf Welttournee gegangen, um die Regierungschefs zu warnen, vor dem was er da zusammenbaut. "Legt uns Fesseln an!" Zumindest er sieht die Gefahr - und näher dran an der Entwicklung als er ist wohl kaum jemand.
Über den freien Willen könnte man jetzt auch noch stundenlang referieren. Woraus entsteht er und wie frei ist er wirklich? Warum zünde ich mir jetzt schon wieder ein Zigarrillo an, obwohl ich doch weiß, wie sehr es mir schadet? Die Freiheit, in einer gegebenen Situation so oder so zu entscheiden, besteht grundsätzlich. Wie wir unsere Entscheidung jedoch treffen, hängt m.E. rein deterministisch von einem Wust von Parametern ab, die eben bei jedem individuell anders gelagert sind. Bin ich relaxed und habe Zeit, lasse ich das Muttchen mit den drei Artikeln an der Supermarktkasse vor. Zerrinnt grad meine Mittagspause, entscheide ich womöglich anders.
Je nach Parameterwahl und -gewichtung scheint es dem einen vorteilhaft, Grönland zu annektieren und dem anderen, einen Krieg gegen die Ukraine anzuzetteln, mit hunderrttausenden von Toten und einer (hoffentlich) jahrzehntelangen Ächtung seiner Nation in der Weltgemeinschaft. Einen Wust von Parametern zu verarbeiten, was eignet sich dazu besser, als ein Computer?
Ein KI kann sich zum Beispiel nicht selbst weiterbilden, weil sie ja nicht die Fähigkeit hat, selbst etwas zu bewerten.
Die Schach- und Go-Computer haben sich sich m.W. selbst ausgebildet, indem sie, nach Erlernen der Regeln, gegen sich selbst gespielt haben. Da kann man natürlich sofort einwenden, dass gut und böse, richtig oder falsch, hier in einem sehr überschaubaren Kontext zu entscheiden sind. Die Frage, wie werde ich 100 Jahre alt, bewirke Gutes, häufe ein Maximum an Geld an, bin glücklich und zufrieden und habe am Ende meines Lebens was erlebt und gesehen, ist ungleich komplexer. Aber auch hier: Komplexität begegnet man mit Rechenbums!"...aber ich habe erhebliche Probleme, Dingen eine Meinung zuzugestehen", habe ich gleich in meinem ersten Beitrag in diesem Thread gesagt. Dinge wie Spurhalteassistent oder ABS haben heute bereits eine Meinung in ihrer unterkomplexen, monokausalen Weltsicht. Und obwohl wir um diese Unterkomplexität wissen, lassen wir sie für uns entscheiden und ordnen uns bereitwillig unter. Das halte ich für bedenklich.
Die Wiedervorlage in 10 Jahren habe ich nicht vorgeschlagen, weil ich der Ansicht wäre, es gäbe jetzt nichts zu entscheiden. In 10 Jahren wird man aber sehen, wie weit KI-Anwendungen gekommen sind und wie sehr wir uns von KI dominieren lassen.
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Hallo Gutemine,
an einer ganz zentralen Stelle haben wir unterschiedliche Ansichten:
Du glaubst, dass man die Unterschiede zwischen "Mensch und Maschine" durch Rechenbums überwinden kann. Ich halte die Unterschiede jedoch für unüberwindbar, weil das, was im menschlichen Gehirn stattfindet, so völlig anders ist, als das, was elektrisch betriebene Chips tun. So ist (nur zum Beispiel!) im Gehirn letztlich jedes einzelne Neuron eine selbständig agierende Einheit (beim Computer wäre das ein Prozessor) mit Eigenfunktionalität. Und das in einer absoluten Parallelverarbeitung ....
Und das ist nur ein Beispiel - es gibt noch viel mehr Unterschiede. Einen Computer mit einem echten (nicht simulierten) "Ich" zu bauen ohne dabei irgendwo ein biologisches Gehirn einzubauen (à la Frankenstein
) halte ich für völlig unmöglich. Aus prinzipiellen, systematischen, logischen Gründen, nicht weil die Rechenleistung noch zu gering ist. Und das ist gut so, denn wenn es uns gelingen würde, dann müssten wir ihm das Wahlrecht geben ... 
Danke für die interessante Diskussion

Michael
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Der Dank geht zurück! Mir hat's auch Spaß gemacht.

Ein Grund, weswegen ich nichts mehr zur Hirnforschung lesen will ist, dass deren Erkenntnisse so ernüchternd sind. Laut denen sind wir unglaublich primitiv.

Gruß!
Clemens
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"Primitiv" ist unser Hirn bestimmt nicht - nur sind wir wahrscheinlich weitaus weniger "Herr im Haus" als es sich für uns anfühlt

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"Primitiv" ist unser Hirn bestimmt nicht - nur sind wir wahrscheinlich weitaus weniger "Herr im Haus" als es sich für uns anfühlt
Michael
das unterschreib ich sofort genau so, denkt nur an unsere Träume und was alles möglich wäre, wenn wir einen "funktionierenden" Zugang zur zweiten "Festplatte" im Kopf hätten............geile Sache wenn ich mich an ein paar meiner Träume erinnere
sonnige Grüße und locker bleibn
Berti
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Das reicht nicht. Wenn ein Luftballon über die Straße weht, dann fahren wir weiter, weil wir wissen, was ein Luftballon ist. Eine KI weiß das nicht. Und.....
Wenn ich an die von mir erlebten Beinahe-Unfälle denke, wünsche mir lieber die KI-autos
Vor Wochen hat ein entgegenkommendes Auto eine Polizeikontrolle in der Stadt passiert und mich mit dem E-Roller auf die Seite gedrängt. He, ich war gut sichtbar gelb gekleidet, hätte ich es nur drauf kommen lassen, hätte ich jetzt einen Ersatz für meinen 5,5jährigen e-Roller...
Genauso heute: gerade Strasse, meine Akku gingen zur Neige, sodass der Roller nur noch 65 fuhr, ich lasse betont rechtsfahrend den hintermann vorbei, gehe wieder zur Mitte, da Gegenverkehr , -und noch einer drängt sich zw. Mich und dem Gegenverkehr.
Eine KI macht solche Fehler nicht, würde ich behaupten.
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KIs machen im Straßenverkehr andere Fehler als Menschen. Daraus zu schließen, dass sie sicherer fahren scheint mir unberechtigt. Wenn man sich anschaut, wie sie fahren (im TV), dann scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Eine KI in der Fahrprüfung würde wohl durchfallen weil sie einen so unsicheren Eindruck macht

Ich kenne auch keine Statisitik, die darauf hinweist, dass KIs weniger Unfälle bauen. Wenn es so wäre, dann müssten Versicherer ja autonome Autos bevorzugen. dass sie das tun, das wäre mir neu ...
Oder seh ich hier was falsch?
Grüße, Michael