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Alt 14.09.2017, 17:57   #11
tommy#665
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Am Øresund entlang bin ich schnell in Helsingør, setze mit meiner zweiten Fährfahrt nach Schweden über und biege spontan in die Wäder Smålands ein.
Die Landschaft ist unspektakulär nett, führt immer wieder an Seen vorbei, aber auch lange durch Nadelwälder, teilweise auf Schotterstraßen.

Immer wieder sehe ich riesige alte tiefergelegte Volvos cruisen, umgebaut zu Pickups und mit Warndreieck statt hinterem Nummernschild.
Gedrosselt auf 25 km/h dürfen diese zweisitzigen Panzer wohl ab 16 gefahren werden und halten im ersten und zweiten Gang den Verkehr auf.
Tatsächlich sind hier über die Hälfte der Autos Volvos aller Altersklassen. Die Schweden kaufen wohl bevorzugt heimische Ware.

Ich habe immer noch bestes Wetter, alle Motorradfahrer grüßen, selbst von der Gegenfahrbahn herüber, als ich ein Stück Autobahn fahre.
Zurück bei Valberg an der Westküste habe ich ca. den halben Weg nach Marstrand geschafft, wo ich übernachten möchte.

Göteborg durchquere ich auf der Autobahn und biege nördlich davon in die Felsenschären ab, fahre der Sonne entgegen über Brücken von Insel zu Insel.
Marstrand erweist sich als Luxusvorort Göteborgs mit Porsches und Maseratis, der starke Wind hält die Menschen in ihren gepflegten Häuschen.
Kein Laden hat offen und der Campingplatz kostet 30 Euro, warme Dusche nicht inklusive! Ich fahre zurück aufs Festland und nordwärts.

In Stenungsund liegt neben der Straße ein Campingplatz mit angeschlossenem Vandrarhejm (Jugendherberge) und ich frage nach dem Preis für eine Nacht.
100 Kronen sind 10 Euro, warme Duschen sind gratis. Als ich meinen Hänger dort nach 475 km aufbocke, erkenne ich meine gestrigen Kopenhagener Nachbarn aus Heilbronn.
Zwei schwedische Frauen mit vier Kindern in einem Riesentipi erzählen mir, dass sie nur 3 km weg wohnen, aber ihre Ferien trotzdem hier im Zelt am Meer verbringen.
Und mit einem freundlichen Paar aus der Schweiz, die mit Fahrrädern unterwegs sind, verquatsche ich den Rest des Abends.

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Alt 14.09.2017, 18:04   #12
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Am nächsten Morgen fahre ich über die Brücke auf die Insel Tjörn und nach Norden weiter auf Orust. Tolle Landschaft mit viel Wasser und Sonne.
Hierher werde ich nochmal mit dem Katamaran kommen. Weit genug von Göteborg entfernt, werden die Dörfer bodenständiger und die Boote kleiner.

Nachdem ich den Vormittag in den Felsenschären verbummelt habe, geht es auf Strecke Richtung Vänersee, der zehnmal so groß wie der Bodensee ist.
Angeblich soll man das andere Ufer nicht sehen können, aber ich komm auf der großen Halbinsel gar nicht an den See heran, weil alles in Privatwegen endet.
Nur in Lidköping gibt es eine Marina mit Seeblick, aber der drittgrößte See Europas enttäuscht mich. Der Umweg war Zeitverschwendung.

Ich nehm Kurs auf Berg am Roxensee, wo es eine Schleusentreppe mit neun direkt hintereinander liegenden Schleusen im Götakanal gibt.
Im goldenen Abendlicht komme ich dort an und kann auch tolle Bilder vom über 100 Jahre alten Kanaldampfer "Wilhelm Tham" machen. Der Tag ist gerettet.

Gegen neun geht die Sonne unter und ich fahre noch eine Stunde weiter Richtung Stockholm und nach 546 km übernachte ich auf einem leeren Uferparkplatz bei Krokek an der Ostsee.

Hier alle Fotos dieser zwei Tage in Südschweden.

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Alt 20.09.2017, 21:43   #13
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Früh mache ich mich auf die letzten 100 km nach Stockholm, fahre am Campingplatz am Stadtrand vorbei und folge dem Navi mitten durch die komplett verbaustellte Innenstadt.
Die zentralste aller Brücken Gamla Stan - Slussen ist abgerissen und das Navi schickt mich in der falschen Fahrtrichtung in eine Straße, wo nur noch Tramschienen hoch aus dem Beton ragen.

Nach viel Rumgestöpsel bin ich endlich an der Adresse, wo neben dem Stadion der zentrale Campingplatz liegen soll. Den gibt es aber nicht mehr, erklärt mir ein Restaurantbesitzer.
Auf dem Rückweg lande ich wieder in der Tramstrasse, diesmal richtig herum, und zwei Cops auf Rollern zeigen mir einen Weg um den Baustellengraben, über den nur noch Schienen führen.

Ich stell den Wohnwagen auf das Camp Bredäng, an dem ich drei Stunden vorher schon vorbeigefahren bin und nach einer Dusche unterhalte ich mich mit einer Wohnmobilfahrerin aus Peking,
die mit zwei WoMos auf dem Landweg nach Europa gekommen sind und nach Griechenland, den Alpen, Frankreich, Irland und Schottland noch bis zum Nordkap wollen. Dann zurück nach China. Fünf Monate.


Stefan, ein junger deutscher Mopedanfänger aus Leipzig baut neben mir sein Zelt auf, es ist seine erste Campingreise. Ich fahre mit der Dicken wieder in die City. Jetzt kenn ich mich besser aus.
Nach dem Besuch eines Ladens mit alter Schiffsausrüstung auf Skeppsholm, den ich aus mareTV kenne, suche ich mir einen gratis Motorradparkplatz am Nybrokajen, direkt am zentralen Schärenschiffskai.

Zu Fuß ziehe ich meine Kreise mit leichtem Gepäck bei allerbestem Wetter über die zentralen Inseln von Stockholm und lerne bei einem Straßenmusiker ein Instrument namens Chapman Stick kennen.
Ich fahre auf die Insel Södermalm, wo übermorgen meine Fähre nach Finnland abfährt und erlebe den Sonnenuntergang zuerst am Hochufer und dann auf der hohen Aussichtsplattform Katarinahissen.

Zurück zum Camp komm ich jetzt schon fast ohne Navi und nach immerhin 249 km heute laufe ich noch runter zum Mälarsee, der nur 300 Meter hinter dem Campingplatz liegt.
Auf dem Rückweg durch den Wald weidet ein Reh nur zehn Meter vom Weg entfernt und lässt sich von mir und meiner Kamera auch nicht dabei stören.
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Alt 20.09.2017, 21:48   #14
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Zum Frystyk gibt es Croissants und Espresso in der Sonne zusammen mit einem GS-Fahrer aus Verden, der sich acht Wochen Zeit nimmt für seine Nordlandreise und um zehn fahr ich wieder in die Stadt.
Ich finde Wohnschiffe am Mälarsee und einen Bootsclub mit hunderten schöner alter Holzboote. Die erwarteten vielen Amischlitten gibt es aber nicht. Nur drei alte Buicks und blaugelbe Dirndl-Girls.

Um drei check ich am Camp aus mit dem Hänger und fahre damit so weit wie möglich nach Osten hinaus in die Schären. Aber ich finde keine Mitsommarsfeste. Nur volle Parkplätze an allen Fähranlegern.
Die Schweden feiern wohl im privaten Kreis mit Freunden. Nach einer großen Runde bin ich wieder zurück in der Stadt und treffe dort zufällig das GS-Fahrerpaar wieder vom Campingplatz in Kopenhagen.

Alle Läden und fast alle Restaurants schliessen wie bei uns am Heiligabend. 15 Grad kalter Wind kommt auf und ich esse meine Köttbullar, nach 244 km heute, wieder am Aussichtspark über dem Fährhafen.
Abschließend investier ich meine letzten 40 Schwedenkronen in Espresso bei seveneleven und fahr in den ersten Regentropfen auf den Fähranleger und unterhalte mich dort noch lang mit dem Finnen Jussi.
Über seinen zweiten selbst ausgebauten Vito, in dem er am Kai mit seiner spanischen Frau samt Tochter übernachtet. Sie leben in Freiburg und fahren morgen zur Familie nach Finnland in die Sommerferien.

495 km bin ich immerhin in und rund um Stockholm gefahren Die Bilder dieser zwei Tage findet Ihr wieder HIER in voller Größe:

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Alt 21.09.2017, 22:09   #15
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Am Samstag morgen hab ich kalte und feuchte Füße. Es hat die ganze Nacht geregnet nach einer Woche Sonne pur und an der Türklappe tropft Wasser auf Schlafsack und Matratze.
Ich fahr um 6:15 h als Erster auf meine dritte Fähre und such mir einen schönen Sofaplatz in Fahrtrichtung links. Es pisst ohne Unterlass, aber ich hab ein gutes Buch (Snow Crash) und vier mal Kaffee gibts auch.

Drei Stunden braucht das Fährschiff durch den Schärengarten, bevor es das offene Meer erreicht und am frühen Nachmittag kommen die finnischen Åland-Inseln in Sicht.
Das Schiff ist voller Schweden, die sich den Bauch am AllYouCanEat-Frystyks-Buffet für 20 Euro vollschlagen und auf Åland auf das Gegenkursschiff wechseln, zum Abendessenbuffet zu 28 Euro. Börps!

Zwei Sami-Frauen in Reifröcken mit eineinhalb Metern Durchmesser, wie im Barock, wogen durch das Schiff. Ich frag mich, in was für ein Auto die wohl passen und werde vom Wechsel der Zeitzone überrascht.
Es pisst immer noch in Strömen und ich werf mich in mein Regenzeug, während die Autos das obere Deck schon räumen. Der Schlafsack ist nach 10 Stunden auf der Leine noch genauso naß, wie heute morgen.

Vor der Ausfahrt aus dem Hafen in Turku kreuzt vor mir im strömenden Regen eine zehnköpfige langhaarige Rockergang in Kutten die Straße. Auf zehn Bonanzarädern! Es ist Juhannusabend. Willkommen in Finnland!

Ca. 200 km sind es noch bis zum Campingplatz in Helsinki, der Stellplatz kostet 24 Euro. Aber es gibt dort auch ein Bett im 12er-Schlafsaal für 23 Euro inkl. trockener Bettwäsche und warmer Dusche :-)
Ich hab den Musiksaal ganz für mich alleine. Und dazu ein Sofa in der Aula. Schlafsack und Matratze trocknen über Nacht. Nur die Klos sind sehr niedrig. Außerhalb der Ferien ist das eine Grundschule.

Mehr Bilder der Tage 9, 10 und 11 HIER.

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Alt 22.09.2017, 20:28   #16
Lutzl
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Toller Bericht mit ebenso eindrucksvollen Bildern. Liest sich wie ein Krimi und ich warte bist du am Nordkapp warst und die Küste runter gefahren bist. Da gabs doch technische Probleme.
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Gruß Lutzl
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Alt 23.09.2017, 10:00   #17
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Genial !

Du fährst aber anscheinend selbst mit Airstream mehr als 120, oder hast Du die Fliegen auf dem Windscreen mit der Klatsche erlegt?
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Alt 23.09.2017, 11:36   #18
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Die Moskitos im Norden sind fett und träge, die können selbst bei Tempomat 80 nicht schnell genug ausweichen. Danke für das schöne Feedback Männer
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Alt 23.09.2017, 11:41   #19
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ich fürchte sonst nichts, aber Mücken schon !!!
Falls Du testest, bitte um Ansage der besten Moskito-Waffe, Nobite, Antibrumm oder Autan?

Weiter gute Fahrt und gesunde Rückkehr !!!
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Alt 23.09.2017, 11:42   #20
tommy#665
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Am Sonntagmorgen scheint die Sonne und ich fahre in die Stadt. Aber Helsinki reißt mich nicht vom Hocker. Am Hafen versuch ich erfolglos, Frystyk zu bekommen. Aber alles ist geschlossen wegen Juhannus.
Ich überhole einen Traktor mit französischem Kennzeichen, mit Dachzelt auf der Kabine und einer Pick-Up-Absetzkabine auf der Ackerschiene, der das Ende einfach mit zwei Kullern abgestützt hat.
Nach zwei Stunden cruisen durch die Jugendstil-Stadt hol ich mir Croissants bei Lidl, der am Sonntag geöffnet hat und mach mich auf den Weg nach Norden. 1.400 km in zwei Tagen hab ich mir vorgenommen.

Mir entgegen wälzt sich ein 250 km langer Stau. Der verkehrsreichste Tag des Jahres. Alle fahren aus ihren Sommerhäuschen zurück in die Stadt. Aber sehr gelassen und ohne Drängelei.
Auffällig viele alte Corollas sind auf den Straßen und der gemeine Finne zieht bevorzugt einen sehr langen Hänger mit GFK-Haube, wo auch das Schneemobil drunter passt.
Ich nutze das trockene Wetter und dichte das Dachfenster und die Türklappe von oben mit Tesaband ab. Jetzt dürfte von aussen nix mehr reintropfen. Zwischendurch fällt mein Navi mal grundlos aus.

Mittags endet die Autobahn und der Verkehr lässt nach. Die Landschaft wird flacher, die Seen häufiger und ich komme gut voran. Bis Sonnenuntergang bleibt das Wetter schön, dann beginnt es zu nieseln.
Ich tanke und wärme mich bei einem Haferl Kaffee in einem Supermarktrestaurant. Auch Sonntags sind die Läden bis 22 Uhr offen. Ich kauf mir Expander und noch eine Plane für über den Hänger.

Spät am Abend komme ich noch beim stillen Volk vorbei, das rechts von mir in einer Torfwiese steht und schweigt.

Auf der Weiterfahrt verzichte ich auf die wasserdichte Regenjacke und fahre obenrum nur mit Goretex weiter. Erstmal bleib ich trocken, bis ich um 11 auf einem Parkplatz nach 760 km zum Schlafen halte.
Ich zieh die Jacke aus und leg mich in meinen trockenen Sommerschlafsack. Die Jacke kommt in die "Hängematte" für mein Gepäck über meinen Füssen. Um drei wach ich wieder mit kalten Füssen auf.
Der Hänger ist zwar jetzt dicht, aber die nasse Jacke hat durch die Schwerkraft ihren Wassergehalt außerhalb der Membran an meinen Schlafsack und die Matratze übergeben. Ganz toll!!!

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